Das beliebte staatliche Hypothekendarlehensprogramm „e-Housing“, das seit über zwei Jahren den Großteil der Hypothekendarlehen in der Ukraine vergibt, deckt nur einen kleinen Teil des tatsächlichen Wohnungsbedarfs der Ukrainer. Nach Schätzungen von Ukrfinzhytlo PJSC weist das Land derzeit ein Rekord-Wohnungsdefizit von über 600 Millionen Quadratmetern auf, während nur 1 Million Quadratmeter über „e-Housing“ finanziert wurden.
Laut der Ende Mai 2025 veröffentlichten aktualisierten Strategie von Ukrfinzhytlo wurden in den zweieinhalb Jahren des Programms Kredite im Wert von 27,6 Milliarden Griwna vergeben. Dadurch konnten 16.769 Ukrainer eine eigene Wohnung erwerben. Die meisten Objekte sind Wohnungen auf dem Sekundärmarkt, die etwa 70 % aller erworbenen Flächen ausmachen.
Unter den Programmteilnehmern sind mit 8.838 Personen vor allem Militärangehörige und Vertreter von Strafverfolgungsbehörden. 1.324 Ärzte, 1.333 Lehrer, 540 Binnenvertriebene, 368 Veteranen, 347 Wissenschaftler und mehr als 4.000 Vertreter anderer Bürgergruppen erhielten Hypotheken.
Doch trotz dieser Ergebnisse kann „eOselya“ die Wohnungsnot in der Ukraine nicht wesentlich verbessern. Laut „Ukrfinzhitl“ fehlten dem Land bereits vor der groß angelegten Invasion aufgrund des überalterten Wohnungsbestands und des Mangels an bezahlbaren Angeboten rund 450 Millionen Quadratmeter Wohnraum. Hinzu kamen weitere 150 Millionen Quadratmeter zerstörter oder beschädigter Immobilien infolge des Krieges. Nach Schätzungen der Weltbank entspricht dies einem Verlust von 13 % des Wohnungsbestands, und die Gesamtverluste belaufen sich auf 59 Milliarden US-Dollar.
Bei einem durchschnittlichen Marktpreis pro Quadratmeter Wohnfläche von 38.000 Griwna wird der Gesamtbedarf an neuem Wohnraum in der Ukraine auf 22,8 Billionen Griwna geschätzt. Ein solcher Bedarf erfordert umfassende Lösungen und die Ausweitung bestehender Programme.
Die staatliche Entwicklungsstrategie „Ukrfinzhitl“ für die kommenden Jahre sieht den Ausbau des „eHousing“-Programms und die Einführung neuer Mechanismen vor – insbesondere sozialer Mietprogramme und Mietkaufmodelle. Parallel dazu läuft die Initiative „eReconstruction“, die sich auf den Wiederaufbau beschädigten Wohnraums konzentriert.
Wir erinnern daran, dass das „eHousing“-Programm im Oktober 2022 zunächst nur für bestimmte Kategorien – Militärangehörige, Ärzte, Lehrer und Wissenschaftler – gestartet wurde. Seit August 2023 steht es auch anderen Bürgern ohne eigene Wohnung zur Verfügung.
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