Die Europäische Investitionsbank (EIB) erwägt die Finanzierung eines Großprojekts zur Wiederherstellung der zentralen Wasserversorgung von Mykolajiw, die durch die russische Aggression schwer beschädigt wurde. Die Initiative wird im Rahmen des Programms zur kommunalen Infrastruktur der Ukraine (UMIP) umgesetzt, das ukrainische Gemeinden beim Wiederaufbau kritischer Infrastruktur unterstützt.
Laut EIB soll das Projekt die stabile Trinkwasserversorgung der Stadt wiederherstellen, die durch die großflächigen Schäden an den Wasserversorgungssystemen im Jahr 2022 und die katastrophale Zerstörung des Wasserkraftwerks Kachowka im Jahr 2023 stark beeinträchtigt wurde. Diese Ereignisse führten dazu, dass große Teile Mykolajiws keinen Zugang zu sauberem Wasser hatten, was humanitäre und ökologische Herausforderungen für die Region mit sich brachte.
Nach ersten Schätzungen beläuft sich das Projektbudget auf rund 70 Millionen Euro. Die EIB geht davon aus, dass diese Summe die Kosten für die Wiederherstellung der Wasserversorgung nahezu vollständig decken könnte. Es wird davon ausgegangen, dass die Mittel für die Instandsetzung und Modernisierung von Wasserleitungen, die Aufrüstung von Pumpanlagen, den Austausch beschädigter Netzabschnitte und die Verbesserung der Wasseraufbereitungsanlagen verwendet werden.
Das Projekt gehört zum Bereich Wasserversorgung und Abwasserentsorgung der städtischen Infrastruktur. Ziel der Umsetzung ist es, die Netze nicht nur technisch wiederherzustellen, sondern auch die Energieeffizienz des Systems zu steigern, Wasserverluste zu reduzieren und einen nachhaltigeren Betrieb der Wasserversorgung auch in Krisenzeiten zu gewährleisten.
Die Initiative wird derzeit geprüft, daher hat die EIB noch keine endgültige Finanzierungsentscheidung getroffen. Die Bank betont jedoch, dass die Umsetzung dieses Projekts erhebliche soziale und ökologische Auswirkungen haben kann. Zu den erwarteten Ergebnissen zählen eine verbesserte Trinkwasserqualität, eine geringere Umweltbelastung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze während der Instandsetzungsarbeiten.
Die EIB unterstreicht, dass die Unterstützung der ukrainischen Wasserversorgungssysteme eine ihrer Prioritäten im Bereich des Wiederaufbaus nach dem Krieg ist. Mykolajiw, eine der am stärksten vom Krieg betroffenen Städte, kann ein Beispiel für die nachhaltige Sanierung kritischer Infrastruktur werden, indem humanitäre Hilfe mit langfristigen Investitionen in ein sicheres und modernes städtisches Umfeld verbunden wird.
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