In der zweiten Oktoberhälfte blieb die Lage auf dem ukrainischen Käsemarkt angespannt. Die Nachfrage nach Produkten ist weiterhin gering, und es wird für heimische Produzenten zunehmend schwieriger, mit Billigimporten aus der Europäischen Union zu konkurrieren, berichtet die ProAgro Group.
Trotz der schwachen Nachfrage zögern die meisten Fabriken, ihre Produktion zu drosseln, um Rohstoffverluste zu vermeiden. Infolgedessen steigen die Lagerbestände an Fertigprodukten weiter an, und die Lager der Hersteller sind überfüllt.
Unternehmen mit einer effektiveren Marketingstrategie versuchen, ihre Absatzmengen durch Sonderangebote aufrechtzuerhalten. Ein erheblicher Teil des Käses wird mit Rabatten verkauft. Gleichzeitig ermöglichen hohe Basispreise für die Produkte, dass sie profitabel bleiben, obwohl derzeit keine weiteren Preiserhöhungen erwartet werden – sie liegen bereits über dem Niveau vergleichbarer europäischer Produkte.
Importierter Käse aus der EU kommt zu deutlich niedrigeren Preisen in die Ukraine, was zusätzlichen Druck auf die lokalen Produzenten ausübt. Daher sind sie gezwungen, entweder die Kosten zu senken oder den Anteil an Sonderangeboten zu erhöhen. Prognosen zufolge könnte das Importvolumen von halbfestem Käse im November/Dezember der Jahresproduktion ukrainischer Käsereien entsprechen.
Auch auf den Exportmärkten spitzt sich die Lage zu. Der Preisverfall in Europa zwingt Importeure aus traditionellen Herkunftsländern zu Zugeständnissen, und Exportverträge werden nun zu ungünstigeren Bedingungen für ukrainische Produzenten abgeschlossen.
Die heimischen Käsehersteller geraten somit zwischen die Fronten: schwache Inlandsnachfrage und verstärkter Wettbewerb durch Importe. Dies birgt Risiken für die Rentabilität der Branche und erfordert strategische Anpassungen in Marketing und Preisgestaltung.
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