Die Sojabohnenpreise auf dem ukrainischen Markt steigen weiter. Grund dafür sind die Angebotsengpässe im Inland und die gestiegenen Preise an den Weltmärkten. Die verzögerte Ernte und das geringere Erntepotenzial haben den Wettbewerb zwischen Exporteuren und Verarbeitern spürbar verschärft. Dies teilte die Elektronische Getreidebörse der Ukraine mit.
Laut Betriebsdaten wurden in der Ukraine bis zum 6. November 4,306 Millionen Tonnen Sojabohnen auf einer Fläche von 1,83 Millionen Hektar geerntet. Dies entspricht 84 % der geplanten Menge. Der durchschnittliche Ertrag liegt aktuell bei 2,35 t/ha. Im Vorjahreszeitraum waren zum gleichen Zeitpunkt bereits 5,82 Millionen Tonnen auf 96 % der Anbaufläche gedroschen, was einem Ertrag von 2,28 t/ha entspricht.
Die geringere Erntemenge und die niedrigeren Bruttoindikatoren wirkten sich unmittelbar auf die Preise aus. Im Laufe der Woche stiegen die Exportpreise für gentechnisch veränderte Sojabohnen um 3–5 US-Dollar pro Tonne auf 408–410 US-Dollar/Tonne (ca. 17.700–17.800 UAH/Tonne). Gleichzeitig verteuerten sich nicht gentechnisch veränderte Sojabohnen sogar noch deutlicher – um 10 US-Dollar/Tonne auf 435–445 US-Dollar/Tonne (bzw. 18.700–19.200 UAH/Tonne) bei Lieferung an Schwarzmeerhäfen.
Analysten erklären diesen Anstieg mit dem begrenzten Angebot der Agrarproduzenten, die sich auf die Ernte später Feldfrüchte konzentrieren und aufgrund logistischer Schwierigkeiten beim Abschluss von Devisenverträgen zögern. Zudem bleibt die Auslandsnachfrage nach ukrainischen Sojabohnen moderat, und Exporteure erwarten in den kommenden Monaten keine wesentliche Erholung.
Stattdessen erhöhen inländische Verarbeiter ihre Einkäufe, was zu einem weiteren Preisanstieg führte. Der Ankaufspreis für an Fabriken gelieferte Sojabohnen stieg um 500–600 UAH/t auf 17.200–17.800 UAH/t für gentechnisch veränderte (GVO) und 18.800–19.000 UAH/t für nicht-GVO-Sojabohnen. Dieser Schritt ermöglicht es den Unternehmen, mit Exporteuren zu konkurrieren und eine stabile Rohstoffversorgung sicherzustellen.
Ein weiterer Wachstumstreiber war die Entwicklung am Aktienmarkt: Die Kurse an der Chicagoer Börse stiegen innerhalb eines Monats um rund 10 %. Grund dafür ist die Wiederaufnahme der Sojabohnenkäufe Chinas aus den USA, was sich unmittelbar auf die Weltmarktpreise auswirkte und die Märkte, darunter auch den ukrainischen, nach oben trieb.
Experten prognostizieren, dass der Trend zu steigenden Sojabohnenpreisen in der Ukraine mindestens bis Ende des Jahres anhalten dürfte, insbesondere angesichts des starken Wettbewerbs zwischen der inländischen Verarbeitungsindustrie und den Exporteuren sowie der Unvorhersehbarkeit der globalen Aktienmarktentwicklung.
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