Im Oktober verzeichneten die ukrainischen Maisexporte einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat. Laut Analysten von APK-Inform sank das Liefervolumen um 51 % auf nur noch rund 941.000 Tonnen. Dies war einer der niedrigsten Werte der letzten Jahre zum Beginn des Wirtschaftsjahres.
Experten sehen den Hauptgrund für den starken Exportrückgang in einer erheblichen Verzögerung der Maisernte. Die widrigen Wetterbedingungen im Herbst erschwerten die Arbeit der Landwirte und reduzierten die verfügbaren Getreidemengen für den Export. Dies beeinträchtigte die Logistik und schwächte die Position der Ukraine in traditionellen Exportländern.
Der Rückgang der Exportmengen hatte erhebliche Auswirkungen auf die Importländer, die üblicherweise die wichtigsten Abnehmer von ukrainischem Mais sind. Im Oktober sanken die Lieferungen in die Niederlande um 69 % auf 83.000 Tonnen. Die Türkei erhielt 64 % weniger – 169.000 Tonnen. Italien, das weiterhin einen bedeutenden Anteil an den Importen hält, reduzierte seine Käufe um 38 % auf 263.000 Tonnen. Südkorea verringerte seine Importmengen um 17 % auf 103.000 Tonnen.
Trotz der allgemeinen Abschwächung der Importdynamik blieb die Struktur der führenden Importeure relativ stabil. Im Oktober des Wirtschaftsjahres 2025/26 entfiel mit 28 % der größte Anteil der Käufe von ukrainischem Mais auf Italien. Die Türkei belegte mit 18 % den zweiten Platz, Südkorea mit 11 % den dritten.
Analysten gehen davon aus, dass sich die Lage allmählich stabilisieren wird. In den Prognosen vom November wird das Exportpotenzial der Ukraine für das Wirtschaftsjahr 2025/26 auf 24,5 Millionen Tonnen geschätzt, was einem Anstieg von 22 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser erwartete Anstieg ist auf die prognostizierte Steigerung der Bruttomaisproduktion auf 30,1 Millionen Tonnen zurückzuführen, die die Zahlen der Vorsaison um 12 % übertreffen wird.
Obwohl der Start in das neue Landwirtschaftsjahr schwierig erschien, glauben Experten, dass die Ukraine unter günstigen Ernte- und Logistikbedingungen in den kommenden Monaten ihre Position auf dem Weltmaismarkt ausbauen kann.
e-finance.com.ua
