Die weltweite Produktion der wichtigsten Ölsaaten im Wirtschaftsjahr 2025/26 unterliegt deutlichen Veränderungen: Sojabohnen und Sonnenblumen verzeichnen einen Rückgang, während Raps ansteigt. Trotzdem sinken die globalen Ölsaatenpreise weiter. Diese Trends belegen aktualisierte Daten des Auslandsdienstes des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA), die von der Elektronischen Getreidebörse der Ukraine veröffentlicht wurden.
Laut Analysten wurde die Gesamtprognose für die weltweite Ölsaatenproduktion nach unten korrigiert. Insbesondere die Sojabohnenproduktion sinkt um 4,1 Millionen Tonnen – bedingt durch geringere Ernten in den USA, der Ukraine und Indien. Auch die Sonnenblumenproduktion geht zurück: um 1 Million Tonnen im Vergleich zu früheren Schätzungen. Hauptgründe für den Rückgang sind die erwarteten schwächeren Ernten in der Ukraine, Russland, der Türkei und den EU-Ländern. Der negative Trend wird teilweise durch Argentinien ausgeglichen, wo die Ernteprognose verbessert wurde.
Raps war hingegen die einzige Kulturpflanze, für die Analysten die Produktionserwartungen angehoben haben. Die globale Prognose wurde aufgrund besserer Ergebnisse in der EU, Australien, der Ukraine und Großbritannien um 1,31 Millionen Tonnen angehoben. Europäische Landwirte werden somit rund 20,2 Millionen Tonnen Raps erhalten, 0,55 Millionen Tonnen mehr als bisher angenommen. Die Ukraine steigert ihre Produktion auf 3,56 Millionen Tonnen, Australien auf 6,7 Millionen Tonnen. Für Kanada bleibt die Prognose unverändert bei 20 Millionen Tonnen.
Der erwartete Rückgang der Soja- und Sonnenblumenerträge wirkt sich auch auf die globalen Verarbeitungsindikatoren aus. Das weltweite Verarbeitungsvolumen sinkt um 1,58 Millionen Tonnen auf 578,37 Millionen Tonnen. Die Verarbeitung von Soja und Sonnenblumen geht zurück, während die von Raps zunimmt. Die weltweiten Endbestände an Ölsaaten steigen um 2,75 Millionen Tonnen auf 142,26 Millionen Tonnen, die Sojabohnenbestände hingegen sinken.
Eine detailliertere Analyse der Sojabohnensituation zeigt, dass das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) eine Produktion von 421,75 Millionen Tonnen prognostiziert, was einem Rückgang von 4,1 Millionen Tonnen entspricht. Die größten Anpassungen betreffen die USA (115,75 Millionen Tonnen), die Ukraine (6,2 Millionen Tonnen) und Indien (10 Millionen Tonnen). Der weltweite Verbrauch wird ebenfalls sinken, und zwar auf 421,54 Millionen Tonnen, hauptsächlich aufgrund der geringeren Nachfrage aus Argentinien. Im Gegensatz dazu werden die Sojabohnenexporte leicht auf 188 Millionen Tonnen steigen, vor allem aufgrund von Lieferungen aus Brasilien und Argentinien. Die Sojabohnenbestände werden sich auf 121,99 Millionen Tonnen verringern.
Die weltweite Sonnenblumenproduktion wird in dieser Saison 54,26 Millionen Tonnen betragen, was 1 Million Tonnen weniger als in der vorherigen Prognose ist. Die größten Ernteausfälle werden in Russland (18,5 Millionen Tonnen), der Ukraine (12 Millionen Tonnen), der Türkei (1,37 Millionen Tonnen) und der EU (8,575 Millionen Tonnen) erwartet. Argentinien verbessert seine Prognose auf 5 Millionen Tonnen. Die Sonnenblumenverarbeitung wird leicht auf 54,1 Millionen Tonnen zurückgehen, liegt aber immer noch 3,7 % über dem Vorjahreswert.
Trotz der allgemeinen Anpassungen reagiert der Weltmarkt für Ölsaaten weiterhin empfindlich auf Angebotsschwankungen. Der Rückgang der Soja- und Sonnenblumenproduktion übt weiterhin Druck auf den Markt aus und führt zu einem Abwärtstrend der Weltmarktpreise.
In der Ukraine bleibt die Lage angespannt. Obwohl die Witterungsbedingungen die Ernte verzögern, steigt die Nachfrage nach Sonnenblumen. Verarbeitungsbetriebe sind gezwungen, Rohstoffe im Voraus zu kaufen, was zu einem Anstieg der Inlandspreise für Saatgut beiträgt.
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