Der internationale Referenzpreis für Brent-Öl könnte bis 2027 auf 30 US-Dollar pro Barrel fallen. Grund dafür ist ein mögliches Überangebot auf dem Weltmarkt, das die Nachfrage übersteigt. Dies geht aus einer neuen Prognose der Investmentbank JP Morgan hervor, wie Oilprice berichtet.
Seit Jahresbeginn sind die Brent-Ölpreise bereits um 14 % gefallen und lagen Anfang dieser Woche stabil bei 62,59 US-Dollar pro Barrel. Ein Faktor, der den Markt beeinflusst, ist die Erwartung der Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine friedliche Beilegung des Konflikts in der Ukraine.
Am vergangenen Sonntag fanden in Genf „sehr produktive“ Gespräche zwischen den USA und der Ukraine statt. Die Parteien einigten sich darauf, die Arbeit an einem angepassten Friedensplan fortzusetzen, den die USA eine Woche zuvor vorgeschlagen hatten. Analysten gehen davon aus, dass ein mögliches Ende des Konflikts und die Aufhebung einiger Sanktionen gegen Russland die Energiepreise weiter beeinflussen könnten.
Trotz der Befürchtungen eines Überangebots gehen die meisten Analysten und Investmentbanken davon aus, dass die Ölpreise kurzfristig nicht unter 40 US-Dollar pro Barrel fallen werden. Gleichzeitig wird der Markt stark von der OPEC+ und US-Produzenten beeinflusst, was das Potenzial für einen vorübergehenden Preisrückgang birgt.
Auch Prognosen anderer großer Investmentbanken deuten auf einen Abwärtstrend der Ölpreise in den kommenden Jahren hin. Goldman Sachs schätzt den Durchschnittspreis für US-amerikanisches WTI-Rohöl im Jahr 2026 auf 53 US-Dollar pro Barrel und erwartet ein Überangebot von rund 2 Millionen Barrel pro Tag. Gleichzeitig gilt 2026 als letzte Phase einer großen Angebotswelle.
Experten zufolge dürfte sich der Ölmarkt 2027 stabilisieren, wenn der aktive Zustrom zusätzlicher Mengen nachlässt. Dies ermöglicht ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage und schafft die Voraussetzungen für eine allmähliche Preiserholung. Anleger sollten sich auf einen kurzfristigen Preisrückgang einstellen und langfristige Marktstabilisierungsfaktoren berücksichtigen.
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