Der Ölmarkt startete mit einem deutlichen Anstieg in den Dezember. Am Montag, dem 1. Dezember, legten die Weltmarktpreise um rund 2 % zu, nachdem die OPEC+-Staaten ihre Absicht bekräftigt hatten, die Fördermenge auf einem stabilen Niveau zu halten. Ein weiterer Einflussfaktor war die vorübergehende Aussetzung der Exporte durch das Caspian Pipeline Consortium infolge eines großangelegten Drohnenangriffs. Die Kombination aus geopolitischen Ereignissen und Versorgungsrisiken prägte einen neuen kurzfristigen Trend am Markt.
Laut Reuters stiegen die Brent-Futures zum Handelsschluss um 1,22 US-Dollar bzw. 1,96 % auf 63,60 US-Dollar pro Barrel. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um einen ähnlichen Betrag, nämlich 1,22 US-Dollar bzw. 2,08 %, auf 59,77 US-Dollar pro Barrel. Beide Referenzsorten erreichten damit ihren höchsten Stand seit acht Tagen.
Trotz der kurzfristigen Gewinne steht der Markt weiterhin unter Druck aufgrund der Erwartung eines steigenden globalen Angebots. Die Futures für Brent und WTI schlossen den vierten Monat in Folge im Minus – die längste Verlustserie seit Anfang 2023. Experten führen dies auf die Sorge vor einem Überangebot zurück, das die Preissteigerungen in den letzten Wochen gebremst hat.
Die Bestätigung stabiler Produktionsniveaus durch die OPEC+ wurde vom Markt als Zeichen der Vorsicht seitens der Produzenten interpretiert. Analysten zufolge zögert das Kartell mit weiteren Quotenanpassungen, um die Situation mit einem Ölüberschuss auf dem Markt nicht zu verschärfen. Für Händler war dies ein Zeichen dafür, dass in naher Zukunft keine wesentlichen Änderungen der Produktionsmengen zu erwarten sind.
Gleichzeitig beeinflussen geopolitische Risiken die Preisentwicklung erheblich. Die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Venezuela sowie Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur erhöhen die Unsicherheit in den Lieferketten. Besonders schmerzlich war der Angriff auf die Infrastruktur des Kaspischen Pipeline-Konsortiums, der zu einer vorübergehenden Aussetzung der Ölexporte führte. Obwohl der Markt derzeit relative Stabilität zeigt, könnten potenzielle neue Störungen die Preisschwankungen erneut verstärken.
Auch der ukrainische Kraftstoffmarkt spürt die Auswirkungen globaler Entwicklungen. Obwohl die Weltmarktpreise weiterhin relativ niedrig sind und die OPEC+ einen Produktionsüberschuss prognostiziert, war der November in der Ukraine von einem Anstieg der Dieselpreise geprägt. Experten führen dies auf die Volatilität des europäischen Marktes zurück. Die Lage in der EU stabilisiert sich jedoch allmählich: Die Dieselpreise in den EU-Ländern sinken, und in der Ukraine trägt ein saisonaler Nachfragerückgang zur Stabilisierung der Kraftstoffpreise bei.
Laut den von Delo.ua befragten Expertenprognosen werden im Dezember keine starken Preissprünge auf dem ukrainischen Kraftstoffmarkt erwartet. Analysten gehen davon aus, dass sich die Preise stabilisieren werden und das Risiko signifikanter Schwankungen sinkt, sofern sich die externen Faktoren nicht verschärfen.
e-finance.com.ua
