Der ukrainische Markt für frisches Gemüse zeigt weiterhin eine zunehmende Abhängigkeit von Importen. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 stieg das Importvolumen von Tomaten und Gurken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich an. Laut EastFruit erreichten die Tomatenimporte 81.800 Tonnen und die Gurkenimporte 109.600 Tonnen. Dies übertrifft die Vorjahreszahlen und unterstreicht die Bedeutung von Importprodukten für die Deckung der Inlandsnachfrage.
Auch monetär betrachtet ist die Entwicklung positiv. Das Importvolumen von Tomaten stieg von Januar bis Oktober um 18,2 % auf 16,92 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig stiegen die Kosten für den Gurkeneinkauf sogar noch deutlicher – um 30 % auf 23,39 Millionen US-Dollar. Dieser Anstieg deutet sowohl auf eine Erhöhung der Mengen als auch auf einen möglichen Preisanstieg auf den Weltmärkten hin.
Die Türkei bleibt der traditionelle und unangefochtene Marktführer unter den Lieferanten. Im Tomatensegment entfallen 64,3 % aller Lieferungen auf die Türkei. Es folgen Polen mit einem Anteil von 11,7 % und die Niederlande mit 11,18 %. Auf dem Gurkenmarkt ist die Dominanz der Türkei noch deutlicher: Sie deckt 88,2 % der Gesamtimporte ab. Spanien lieferte 3,7 % und Finnland 2 % des gesamten Importvolumens.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lieferstruktur leicht verändert. Im Jahr 2024 war der Anteil der Türkei an den Tomatenimporten höher – 73,6 %, während Polen 12,3 % und Marokko 5,9 % beisteuerten. Auch die Verteilung der Gurkenlieferanten hat sich verändert: Die Türkei erreichte 85,2 %, Polen 4 % und die Niederlande 3,1 %. Somit ist das laufende Jahr durch eine Marktdiversifizierung gekennzeichnet, obwohl der türkische Markt weiterhin dominiert.
Gleichzeitig erschließt die Ukraine mit ihren eigenen Gemüseprodukten verstärkt ausländische Märkte. Die Tomatenexporte stiegen von Januar bis Oktober auf 393 Tonnen, verglichen mit nur 301 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Moldau ist mit 60,6 % der Importe der wichtigste Abnehmer ukrainischer Tomaten. Polen nahm 36,4 % ab, Singapur lediglich 0,8 %. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren die Hauptabnehmer Moldau (87,4 %), Litauen (7,6 %) und Malaysia (1 %).
Auch die Gurkenexporte legten deutlich zu. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden 2.440 Tonnen Gurken exportiert – doppelt so viel wie im Vorjahr mit 1.010 Tonnen. Größter Abnehmer war Polen mit 52,3 % aller Lieferungen. Estland lieferte 37,5 % der ukrainischen Gurkenimporte, Moldau 8 %. Im vergangenen Jahr waren die führenden Länder dieselben, doch die Marktanteile verteilten sich anders: Estland erhielt 54,7 %, Polen 26,3 % und Moldau 10,5 %.
Das Wachstum bei Importen und Exporten deutet auf eine rege Entwicklung auf dem Gemüsemarkt hin. Die Ukraine steigert ihre Käufe für den Inlandsverbrauch und stärkt gleichzeitig ihre Positionen auf ausländischen Märkten.
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