Der Bauernhof „Bonelet“ in der Region Odessa baut erfolgreich Artischocken an und kann so zwei Ernten pro Saison erzielen – die erste ab Mitte Juli und die zweite im September/Oktober. Die Gründerin des Unternehmens, Alina Sidenko, sprach in einem Interview mit der Zeitschrift „Gärtnern auf Ukrainisch“ über die Besonderheiten der Anbautechnik und -pflege.
Die Landwirtin erklärt, dass die lange Erntesaison ein Merkmal der Artischocken ist: Nach dem ersten Schnitt kann die Pflanze zusätzliche Triebe für die zweite Vegetationsperiode bilden. „Nicht alle Pflanzen verhalten sich gleich: Die eine bildet fünf Blütenstände, die andere nur einen. Deshalb experimentieren wir ständig, um herauszufinden, ob es sich lohnt, die Pflanzen für die zweite Vegetationsperiode stehen zu lassen“, so Sidenko.
Eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Anbau ist die Bewässerung. Artischocken benötigen viel Wasser, insbesondere in den südlichen Regionen der Ukraine, wo Bewässerung für alle Kulturen, von Getreide bis Gemüse, unerlässlich ist. Deshalb hat der Bauernhof Bonelet auf allen Artischockenplantagen eine Tropfbewässerung installiert.
Laut Alina Sidenko wirkt sich übermäßige Hitze negativ auf die Pflanzen aus: Die Blütenstände öffnen sich schnell und die essbaren Teile verlieren Geschmack und Nährwert. Dank der frühen Aussaat konnte die Ernte im letzten Jahr termingerecht eingebracht werden. In diesem Jahr erschwerte der kalte und regnerische Frühling die Erntevorbereitungen.
Der Bauernhof verwendet Standardmethoden zur Düngung von Artischocken und legt besonderen Wert auf die Bodenbearbeitung. Leichte, gut durchlässige Böden sind ideal für die Pflanze, und auf den Feldern von Bonelet überwiegt Schwarzerde. „Wir eggen zweimal, bearbeiten den Boden und lockern ihn von Hand, da es sich um eine empfindliche Pflanze handelt. Die größte Bedrohung stellen Blattläuse und Schildläuse dar“, erklärt Sidenko.
Nach der Ernte sind Artischocken nicht lange haltbar und werden daher sofort verkauft. „Durch die Verdunstung verlieren sie an Masse, deshalb schneiden wir sie auf Bestellung zu, und den Rest verarbeiten wir zu Kunsthandwerk“, so die Bäuerin. Zu den Vertriebskanälen gehören große Einzelhandelsketten („Silpo“, „Tavria V“, Wine Time), Gastronomiebetriebe und der Online-Handel über soziale Netzwerke sowie ein System von Kundenempfehlungen.
Der Bauernhof „Bonelet“ beweist damit, dass der Anbau exotischer Pflanzen selbst in den südlichen Regionen der Ukraine mit ihren klimatischen Herausforderungen erfolgreich sein kann, indem moderne Technologien mit manueller Bodenbearbeitung und einem innovativen Ernteansatz kombiniert werden.
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