Im Jahr 2026 werden ukrainische Agrarproduzenten mit einem weiteren Kostenanstieg für die Durchführung komplexer Feldarbeiten konfrontiert sein. Experten zufolge werden die Gesamtkosten für diese Arbeiten im Agrarsektor im Vergleich zum Vorjahr um 5–10 % steigen und 620–650 Milliarden UAH erreichen, gegenüber fast 600 Milliarden UAH im Jahr 2025.
Dies berichtete die Fachzeitschrift APK-Inform. Die Publikation betont, dass die Landwirte mit bereits hohen Anbaukosten und einem sehr begrenzten finanziellen Spielraum in eine neue Produktionssaison starten.
Wie der Leiter der Abteilung für Investitionen und materielle und technische Unterstützung des Nationalen Wissenschaftszentrums „Institut für Agrarökonomie“ und korrespondierendes Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Oleksandr Zakharchuk, feststellte, stellen die Kosten für Saatgut und Pflanzenschutzmittel weiterhin die größte finanzielle Belastung für die Agrarwirtschaft dar. Diese Posten machen einen erheblichen Teil der Produktionskosten aus.
Laut Experten ist 2026 kein starker Preisanstieg zu erwarten, da die Landwirte einen Großteil der materiellen und technischen Ressourcen bereits 2025 angeschafft haben. Gleichzeitig könnten im Laufe des Jahres andere Faktoren zu Kostensteigerungen führen, vor allem der Arbeitskräftemangel sowie die Preise für Kraftstoffe und Mineraldünger.
Kraftstoff bleibt einer der Hauptkostenfaktoren in der Pflanzenproduktion. Oleksandr Zakharchuk erinnerte daran, dass 2025 der Kauf von Dieselkraftstoff aufgrund einer Erhöhung der Verbrauchssteuer zusätzliche 5,7 Milliarden UAH kostete, was zu einem Preisanstieg von 10 % führte. Seinen Schätzungen zufolge könnten die Inflationsprozesse 2026 die aktuellen Kraftstoffpreise um weitere 10–12 % erhöhen.
Auch die Situation auf dem Mineraldüngermarkt ist weiterhin uneinheitlich. Während sich die Preise für einzelne Produkte in der Vergangenheit stabilisierten, stiegen andere weiter an. 2026 könnten diese Ausgaben für die Landwirte sogar noch weiter steigen.
Gleichzeitig wird sich die Düngemittelmenge nicht wesentlich ändern. Die Landwirte planen in diesem Jahr den Einsatz von etwa 1,8–1,9 Millionen Tonnen Mineraldünger mit Wirkstoffgehalt. Dies entspricht dem Vorjahresniveau und liegt bei etwa 85–90 kg pro Hektar.
Laut Prognose von Oleksandr Zakharchuk könnten die Kosten für Mineraldünger selbst bei gleichbleibender Ausbringungsmenge um 5–7 % steigen. Hauptgrund für diesen Anstieg sind die höheren Preise für Stickstoffdünger, die traditionell einen erheblichen Anteil der Kostenstruktur landwirtschaftlicher Betriebe ausmachen.
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