Der ukrainische Milchmarkt ist heute stark von der Buttersituation abhängig. Aktive Butterexporte haben die Einkaufspreise für Milch erhöht, was wiederum zu höheren Milchproduktpreisen für Verbraucher in Supermärkten geführt hat, berichtet Infagro.
Ende letzten Jahres veränderte sich der Markt jedoch dramatisch: Die Weltmarktpreise für Butter fielen, was sich negativ auf die Einnahmen ukrainischer Erzeuger auswirkte. Aufgrund der geringen Auslandsnachfrage blieb die Butterproduktion mehrere Monate lang unrentabel, und die Milcheinkaufspreise begannen zu sinken.
Insgesamt konnten die Erzeuger trotz der Schwankungen ihre Rentabilität im Jahr 2025 aufrechterhalten. Die Exportpreise blieben den Großteil des Jahres hoch, was für durchschnittliche Einnahmen auf einem deutlich höheren Niveau als in den Vorjahren sorgte.
Ein wichtiger Faktor für das Exportwachstum waren die lange Zeit zollfreien Lieferungen in die Europäische Union ohne Quoten. Dies ermöglichte es ukrainischen Erzeugern, ihr Angebot auf dem lukrativen Markt effektiv zu erhöhen und so die Milcheinkaufspreise im Inland in die Höhe zu treiben.
Die Exporte in die EU sind derzeit durch Quoten und Lizenzen sowie durch die gesunkene Attraktivität der Preise auf ausländischen Märkten eingeschränkt. Daher verlagern die meisten Unternehmen ihren Fokus auf Nachbarländer, wo die Butterpreise zwar niedriger als auf dem europäischen Markt, aber dennoch rentabel für die Erzeuger sind.
Butter ist derzeit auf dem Inlandsmarkt günstiger als für den Export in einige postsowjetische Länder. Marktteilnehmer sehen keine Anzeichen für einen raschen Preisverfall bei Milchprodukten in Supermärkten und schließen eine Verschlechterung der Lage in naher Zukunft nicht aus, wodurch die Preise für ukrainische Verbraucher weiterhin hoch bleiben.
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