Ukrainische Staatsbürger stellen die größte Gruppe ausländischer Arbeitskräfte in Polen und spielen eine Schlüsselrolle auf dem polnischen Arbeitsmarkt. Laut Analysten machen Ukrainer 67 % aller in der polnischen Wirtschaft tätigen Ausländer aus, was etwa 5 % aller Beschäftigten in Polen entspricht.
Dies berichtet das Analysezentrum des internationalen Personalvermittlungsunternehmens Gremi Personal unter Berufung auf offizielle Daten der polnischen Sozialversicherungsanstalt (ZUS). Die ZUS-Statistiken erfassen die Anzahl der Ausländer, die legal in Polen arbeiten und Sozialversicherungsbeiträge zahlen.
Laut der Behörde stieg allein im November 2025 die Zahl der Versicherten mit ukrainischer Staatsbürgerschaft um fast 7.900 auf 862.060. Gleichzeitig lag die Gesamtzahl der im ZUS-System versicherten Ausländer bei 1,295 Millionen, was einem Anstieg von rund 9.500 gegenüber dem Vormonat entspricht. Im Vergleich zur Gesamtbeschäftigung in Polen entspricht dies etwa 7 %.
Die Analysten von Gremi Personal betonen, dass Ukrainer den Großteil des monatlichen Zuwachses an ausländischen Arbeitskräften ausmachten. Sie bleiben somit ein wichtiger Bestandteil des polnischen Arbeitsmarktes für Zuwanderer und gleichen den Arbeitskräftemangel in Schlüsselbranchen aus.
Experten heben die hohe Erwerbstätigkeit ukrainischer Migranten besonders hervor. Ihren Schätzungen zufolge sind rund 80 % der in Polen lebenden Ukrainer erwerbstätig: Sie gehen einer regulären Beschäftigung nach und zahlen Steuern und Sozialabgaben. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert bei etwa 25 % und in Tschechien bei 48 %.
Laut Gremi Personal konzentriert sich die Mehrheit der ukrainischen Arbeitskräfte traditionell auf die Bereiche Logistik, Dienstleistungen, Produktion, Bauwesen und Transport. Gerade in diesen Sektoren stellt der chronische Personalmangel weiterhin eines der Hauptprobleme für Arbeitgeber dar.
Das Analysezentrum hebt hervor, dass Ukrainer vor allem jene Marktsegmente besetzen, die für einheimische Arbeitskräfte unattraktiv sind. Die Nachfrage nach Personal im Gastgewerbe, Einzelhandel, in der Logistik und in der Industrie ist anhaltend hoch, während das Interesse von Polen an unqualifizierten Tätigkeiten weiterhin gering ist.
Gleichzeitig beobachten Experten einen Wandel im Verhalten ukrainischer Arbeitnehmer. Sie lehnen zunehmend ungelernte und befristete Beschäftigungen ab und bevorzugen Arbeitgeber, die soziale Absicherung, stabile Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bieten.
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