Der ukrainische Rapsmarkt erholt sich aktiv vor dem Hintergrund steigender Pflanzenölpreise. Exporteure stellen aktiv Liefermengen zusammen, und Verarbeitungsbetriebe haben ihre Rohstoffkäufe beschleunigt. Laut Daten der Elektronischen Getreidebörse der Ukraine sind die Rapspreise in den Schwarzmeerhäfen in der vergangenen Woche um durchschnittlich 5 US-Dollar pro Tonne gestiegen und schwanken derzeit zwischen 545 und 550 US-Dollar pro Tonne (24.000–25.000 UAH pro Tonne).
Verarbeitungsbetriebe bieten 24.000–24.500 UAH pro Tonne Raps inklusive Lieferung an den Betrieb, sind aber momentan nicht bereit, höhere Beträge zu zahlen. Grund dafür ist, dass Rapsöl auf den EU-Märkten mit 1.050–1.060 Euro pro Tonne gehandelt wird, was die Gewinnspanne der Verarbeiter begrenzt.
Analysten weisen darauf hin, dass die Ukraine allein im Januar 2026 über 230.000 Tonnen Raps zusammen mit Öl exportierte. Die aktuellen Lagerbestände im Land werden auf rund 600.000 Tonnen geschätzt. Im Frühjahr könnte das Angebot nach der Beurteilung des Zustands der Winterkulturen deutlich steigen, was potenziell zusätzlichen Preisdruck erzeugen wird. Experten raten Landwirten, ihre Verkäufe zu beschleunigen, da die Lagerkurse derzeit unter Druck stehen.
Die Lage an den globalen Märkten erscheint weniger optimistisch. An der Pariser Börse wechselten Händler zu Raps-Futures für Mai, die 5 €/Tonne günstiger notieren – bei 473,75 €/Tonne (559,5 $/Tonne). Die August-Futures fielen um 19 €/Tonne auf 454,75 €/Tonne. Dies deutet auf einen wahrscheinlichen Preisrückgang vor dem Hintergrund eines erhöhten Angebots im Frühjahr hin.
Kanadischer Raps bleibt ein wichtiger Faktor für den europäischen Markt. Der Wert kanadischer Rapsbohnen ist leicht gestiegen, nachdem China angekündigt hatte, die Käufe ab dem 1. März wieder aufzunehmen. Sollte Peking jedoch günstigere brasilianische Sojabohnen bevorzugen, müssten kanadische Lieferanten auf dem europäischen Markt mit australischem und ukrainischem Raps konkurrieren, was das Preiswachstum dämpfen könnte.
Der ukrainische Rapsmarkt verzeichnet zwar eine gestiegene Nachfrage, doch die lokalen Erfolge werden durch globale Trends und ein mögliches Angebotsplus im Frühjahr begrenzt. Verarbeiter und Exporteure arbeiten bereits an der Optimierung ihrer Erträge und der Sicherstellung stabiler Lieferungen auf die ausländischen Märkte.
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