Obwohl dies weniger ist als die Vorkriegsmenge von 5–6 Millionen Tonnen, wird die Menge ausreichen, um den Inlandsverbrauch zu decken. Dies berichtet Delo.ua unter Berufung auf Svitlana Lytvyn, Leiterin der Analyseabteilung des Ukrainischen Agrarwirtschaftsclubs (UCAB).
Laut Lytvyn liegt der Inlandsbedarf an Sonnenblumenöl bei etwa 400.000–500.000 Tonnen pro Jahr. Der ukrainische Markt wird somit versorgt sein, doch der Produktionsrückgang schränkt das Exportpotenzial des Landes ein und verringert die Möglichkeiten, zusätzliche Deviseneinnahmen zu erzielen.
Hauptgrund für den Rückgang der Sonnenblumenerträge ist die Besetzung der südlichen Regionen der Ukraine, wo diese Kulturpflanze traditionell angebaut wurde. In den Jahren 2024 und 2025 belief sich die Sonnenblumenkernernte auf 11 bzw. 10 Millionen Tonnen, während sie vor dem Krieg 16 Millionen Tonnen erreichte.
Lytvyn betonte, dass der Preisanstieg für Sonnenblumenöl auf die geringere Ernte, die Zerstörung der Infrastruktur durch russischen Beschuss und Exportbeschränkungen zurückzuführen sei. Gleichzeitig korrelieren die Preise für ukrainisches Öl eng mit den globalen Marktindikatoren für Soja-, Raps- und Palmöl.
Neben Sonnenblumen versucht die Ukraine, die Verarbeitung anderer Ölsaaten zu steigern. Laut einer optimistischen Prognose könnte die Produktion von Soja- und Rapsöl im Jahr 2026 jeweils 500.000 Tonnen erreichen. Diese Mengen reichen jedoch noch nicht aus, um die Produktionsausfälle bei Sonnenblumenöl auszugleichen.
Analysten weisen darauf hin, dass der Inlandsmarkt trotz des Produktionsrückgangs weiterhin gut versorgt sein wird, sodass es nicht zu Engpässen für die Verbraucher kommen wird. Gleichzeitig erfordert die Erhaltung des Exportpotenzials die Stabilisierung der Ernten, die Wiederherstellung der Produktionsinfrastruktur und den Ausbau der Verarbeitungskapazitäten.
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