In der Ukraine steigen die Weizenpreise weiterhin stetig. Auf dem Exportmarkt erreichen die Ankaufspreise für Speiseweizen 10.900–11.100 UAH/t. Dies spiegelt eine Kombination aus saisonal bedingter Nachfragesteigerung und begrenzten Exportmengen wider. Laut der Getreidebörse kaufen Händler trotz gewisser logistischer Engpässe aktiv Getreide.
Die Weltweizenmärkte bleiben relativ stabil, obwohl die angespannte Lage im Nahen Osten anhält. Die Kosten für die Getreidelieferung an Importeure dämpfen die Auswirkungen von Preisanstiegen erheblich, sodass die Kaufaktivität in den Importländern bisher nicht zugenommen hat.
In den USA sind die Weizenpreise in der vergangenen Woche aufgrund starker Regenfälle um 1–3 % gesunken. Der Zustand der Winterweizenbestände ist weiterhin schlechter als im Vorjahr: Nur 35 % der Anbaufläche befinden sich in gutem oder sehr gutem Zustand, verglichen mit 48 % im Vorjahr. Analysten hatten 42 % prognostiziert. Sommerweizen wurde auf 2 % der geplanten Fläche ausgesät, was dem Vorjahreswert entspricht. Die Mai-Futures spiegeln einen Kursrückgang wider: SRW-Weizen in Chicago – auf 218,7 $/t, HRW in Kansas City – auf 223,5 $/t, HRS in Minneapolis – auf 237,2 $/t und an der Euronext in Paris – auf 202,5 €/t (233,5 $/t).
Gleichzeitig halten US-Hedgefonds erstmals seit fast vier Jahren überwiegend Long-Positionen. Sie erwarten steigende Preise aufgrund einer möglichen Dürre und Engpässen bei Düngemitteln und Treibstoff infolge der Konflikte im Nahen Osten. Laut der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) überstieg die Anzahl der Long-Positionen in Chicago die der Short-Positionen vom 25. bis 31. März um 8.641 Kontrakte.
In der Ukraine wird der saisonale Anstieg des Weizenangebots durch eine gestiegene Nachfrage von Händlern kompensiert. Die Preise für Speiseweizen sind um 50–100 UAH/t auf 10.900–11.100 UAH/t (221–224 USD/t) gestiegen, die für Futterweizen um 10.700–10.800 UAH/t (214–216 USD/t) für Lieferungen in Schwarzmeerhäfen. Der Beschuss der Hafeninfrastruktur verlangsamt jedoch das Be- und Entladen von Schiffen und Güterwagen, was einige Händler zu Kaufzurückhaltung veranlasst.
Die Blockade des Persischen Golfs beeinträchtigt die Exportnachfrage nach ukrainischem Weizen ebenfalls. Analysten betonen, dass ein andauernder Konflikt zwischen den USA und dem Iran ohne ein rasches Friedensabkommen die Preise für Öl, Getreide und andere Agrarprodukte weiter in die Höhe treiben und so die Volatilität auf dem Weltmarkt erhöhen könnte.
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