Während des offiziellen Besuchs von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Syrien am 5. April 2026 unterbreitete die ukrainische Seite der syrischen Regierung einen Vorschlag für ein Abkommen über die Lieferung von Weizen im Tausch gegen Phosphate zu einem Vorzugspreis. Dies berichtete die panarabische Zeitung Asharq Al-Awsat.
Experten zufolge zielt diese Initiative darauf ab, die Position russischer Unternehmen zu schwächen, die derzeit rund 70 % der syrischen Phosphatproduktion kontrollieren und nach Europa exportieren. Darüber hinaus könnte das Abkommen der Ukraine neue Exportwege für ihr eigenes Getreide eröffnen und Syriens Energiesicherheit stärken.
Oberst a. D. Imad Shahud betonte, dass die Unterbrechung der Vertriebswege für gestohlenes Getreide, das die Russische Föderation in der Region, insbesondere in Ägypten, einem wichtigen Getreideimporteur, zu niedrigen Preisen zu verkaufen versucht, eine der Prioritäten der ukrainischen Delegation sei.
Neben der Zusammenarbeit im Agrarsektor legten die Parteien auch Wert auf die Entwicklung von Verteidigungstechnologien. Die Modernisierung militärischer Ausrüstung und die Entwicklung unbemannter Systeme wurden erörtert. Abdulwahab Assi, Leiter der Forschungsabteilung des Jusur-Zentrums, betonte, dass die Ukraine Syrien bei der Abwehr iranischer Raketen und Drohnen sowie bei der Instandsetzung komplexer Einheiten unterstützen könne.
Laut Assi positioniert sich die Ukraine nicht als strategischer Konkurrent Russlands, sondern als technischer Partner, der die Bedrohung durch iranische Raketensysteme und Drohnen verringern und professionelle Unterstützung bei der Instandsetzung militärischer Ausrüstung leisten kann.
Analysten heben hervor, dass dieser Besuch für Kiew nicht nur wirtschaftliche, sondern auch strategische Bedeutung hat. Die Zusammenarbeit mit Syrien ermöglicht es der Ukraine, ihre Positionen im Nahen Osten zu stärken und Agrarprodukte sowie Militärtechnologien zu fördern, während Damaskus daran interessiert ist, von ukrainischen Erfahrungen zu profitieren, um die eigene Agrarproduktion und industrielle Basis wieder aufzubauen.
So verband Selenskyjs Besuch in Syrien die wirtschaftlichen und verteidigungspolitischen Interessen beider Länder und schuf die Voraussetzungen für eine langfristige Zusammenarbeit in strategisch wichtigen Bereichen.
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