Die Erotikplattform OnlyFans erwägt den Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von rund 20 % an ihrem Unternehmen. Käufer könnte der Investmentfonds Architect Capital sein. Der potenzielle Deal bewertet das gesamte Unternehmen mit über 3 Milliarden US-Dollar.
Die Financial Times berichtete unter Berufung auf informierte Kreise über die Vorbereitungen für diese Transaktion. Demnach befinden sich die Parteien bereits in der finalen Verhandlungsphase, und die Unterzeichnung des Vertrags könnte schon im Mai erfolgen. Offizielle Stellungnahmen von Unternehmensvertretern liegen derzeit noch nicht vor.
Es wird erwartet, dass die Kontrolle über die Plattform auch im Falle eines Anteilsverkaufs beim Familientrust verbleibt, der das Vermögen nach dem Tod des Gründers Leonid Radvinsky erhalten hat. Dieser Trust wird derzeit von seiner Witwe Katie Radvinsky verwaltet, die das Unternehmen faktisch kontrolliert.
Analysten weisen darauf hin, dass der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung ein wichtiger Schritt sein könnte, um künftig neue Investoren zu gewinnen. Dieser Schritt ermöglicht es dem Unternehmen, schrittweise Kapital aufzunehmen, ohne die Kontrolle zu verlieren – eine gängige Praxis bei schnell wachsenden Technologieplattformen.
Trotz der spezifischen Inhalte bleibt OnlyFans ein äußerst profitables Geschäft. Die Plattform basiert auf einem direkten Monetarisierungsmodell, bei dem Content-Ersteller Einnahmen durch Abonnements von Nutzern erhalten. Im vergangenen Jahr schüttete das Unternehmen eine Rekorddividende von 701 Millionen US-Dollar aus, was seine finanzielle Effizienz unterstreicht.
Eines der Ziele der Zusammenarbeit mit Architect Capital könnte die Entwicklung von Finanzdienstleistungen für Content-Ersteller sein. Dies ist relevant, da viele von ihnen aufgrund der Besonderheiten ihrer Tätigkeit nur eingeschränkten Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen haben. Der Investmentfonds plant, die Transaktion über eine eigens dafür geschaffene Struktur unter Beteiligung weiterer Partner zu finanzieren.
Bei erfolgreichem Abschluss der Transaktion wird OnlyFans seine Marktposition stärken, zusätzliche Ressourcen für die Weiterentwicklung gewinnen und die Finanzinstrumente für sein Ökosystem diversifizieren können. Dies signalisiert auch ein wachsendes Interesse von Investoren an Plattformen mit einer direkten Creator-Ökonomie, trotz ihrer Nischenspezialisierung.
e-finance.com.ua
