Der ukrainische Getreidemarkt verzeichnete einen Anstieg der Exportpreise für Mais. Hauptgründe hierfür waren die Einführung von Importquoten durch die Türkei, die Belebung der globalen Nachfrage und die allgemeine Lage an den internationalen Börsen. Darüber hinaus beeinflussen Schwankungen an den amerikanischen Börsen und saisonale Prozesse die Preisentwicklung. Dies berichtet die Getreidebörse.
Der Hauptgrund für den Preisanstieg war die Entscheidung der Türkei, eine Importquote für Mais in Höhe von 3 Millionen Tonnen mit einem reduzierten Zollsatz von 5 % einzuführen. Die Quote gilt vom 20. April bis zum 31. Juli 2026 und hat den Markt bereits gestützt. Infolgedessen stiegen die Exportpreise für Mais in der vergangenen Woche um etwa 2–3 US-Dollar pro Tonne, was ukrainischen Anbietern zusätzliche Absatzmöglichkeiten eröffnete.
Auch auf dem ukrainischen Inlandsmarkt wurde ein Wertzuwachs verzeichnet. Die Exportpreise für Mais stiegen wöchentlich um 150–200 UAH pro Tonne und erreichten 10.800–10.900 UAH/t bzw. 217–219 $/t bei Lieferung in Schwarzmeerhäfen. Ein weiterer Faktor war die Stärkung des Dollars gegenüber der Hrywnja, die die Preisentwicklung zusätzlich stützte.
Trotzdem bleibt die Exportaktivität hoch. Im Zeitraum vom 1. bis 17. April exportierte die Ukraine 1,36 Millionen Tonnen Mais, 30 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig beläuft sich das Gesamtexportvolumen der laufenden Saison auf 15,65 Millionen Tonnen, was einem Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Auch auf den Weltmärkten sind positive Preistrends zu beobachten. In den USA stiegen die Maisnotierungen in Chicago wöchentlich um 2,3 % und kompensierten damit teilweise den vorherigen Rückgang. Die Preise werden durch Verzögerungen bei der Aussaat und die anhaltend hohe Nachfrage nach amerikanischem Getreide gestützt, das weiterhin zu den günstigsten Getreidesorten zählt.
Die Mai-Futures an der Chicagoer Warenterminbörse stiegen um 2,7 % auf 178 US-Dollar pro Tonne, während die Dezember-Kontrakte bei 188,6 US-Dollar pro Tonne notierten, ein Plus von 10,6 US-Dollar pro Tonne. Dies deutet darauf hin, dass die Marktteilnehmer weiterhin optimistisch hinsichtlich der zukünftigen Nachfrage sind.
Laut NASS Crop Progress wurden in den USA bis zum Berichtszeitraum 11 % der geplanten Maisanbaufläche bestellt, was leicht über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Erwartete Niederschläge und steigende Temperaturen könnten die Aussaat in den kommenden Wochen beschleunigen.
Auch die US-Exportzahlen zeigen ein Wachstum. Die Maislieferungen stiegen in der vergangenen Woche um 2,9 % auf 1,67 Millionen Tonnen. Insgesamt beliefen sich die Exporte seit Saisonbeginn auf 51,71 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 31,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Gleichzeitig steht der Markt unter Druck durch die aufgrund geopolitischer Spannungen gestiegenen Kosten für Stickstoffdünger. Dies erhöht die Produktionskosten für Mais in der neuen Saison und birgt zusätzliche Risiken für die Landwirte.
Besonders hervorzuheben ist die Situation in Nordafrika: Die tunesische Getreideagentur hat eine Ausschreibung für den Ankauf von 25.000 Tonnen Futtermais aufgrund zu hoher Gebotspreise abgesagt. Das niedrigste Angebot von Ameropa lag bei 266,65 US-Dollar pro Tonne C&F.
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