Libyen plant, seine größte Ölraffinerie Ras Lanuf mit einer Kapazität von 220.000 Barrel pro Tag innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate wieder in Betrieb zu nehmen. Die Raffinerie soll nach einer mehrjährigen Stilllegung den libyschen Inlandsmarkt wieder mit Treibstoff versorgen.
Dies gab der Chef der Nationalen Ölgesellschaft (NOC), Masoud Suleiman, am Mittwoch in einer Rede in London bekannt, wie Reuters berichtet. Laut Suleiman befinden sich die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme bereits in einem praktischen Stadium.
Die Raffinerie Ras Lanuf war seit 2013 aufgrund eines langwierigen Schiedsstreits zwischen der NOC und ihrem Partner Trasta aus den Vereinigten Arabischen Emiraten außer Betrieb. Dieser Rechtsstreit blockierte die Wiederinbetriebnahme der strategisch wichtigen Anlage jahrelang.
Am Montag gab die NOC die Unterzeichnung einer endgültigen Vereinbarung mit Trasta zur Beendigung der Partnerschaft bekannt. Den Vereinbarungen zufolge werden der Ölraffineriekomplex und die Anlage in Ras Lanuf vollständig im Besitz und unter der Kontrolle Libyens stehen.
Masoud Suleiman erklärte, die Finanzierung des Projekts sei bereits genehmigt. Seinen Angaben zufolge verfüge das Unternehmen über ausreichend Personal und technische Kapazitäten, um die notwendigen Wartungsarbeiten durchzuführen. Die geschätzten Kosten für die Vorbereitungsarbeiten belaufen sich auf rund 60 Millionen US-Dollar.
Der Ölsektor ist nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle für Libyen, doch seit 2011 kam es aufgrund politischer Instabilität und lokaler bewaffneter Konflikte, die nach dem Aufstand und dem Sturz Muammar Gaddafis ausbrachen, immer wieder zu Produktionsausfällen.
Die Situation wird zusätzlich durch regelmäßige Stillstände anderer Betriebe verschärft. So musste beispielsweise die Ölraffinerie Zawiya mit einer Kapazität von 120.000 Barrel pro Tag letzte Woche aufgrund von Gefechten in der Nähe der Anlage stillgelegt werden.
Laut den Plänen der NOC sollen die Produkte von Ras Lanuf vorrangig für den Inlandsmarkt bestimmt sein und über die Tochtergesellschaft Brega Oil Company vertrieben werden. Die anfängliche Kapazität nach Inbetriebnahme wird bei etwa 200.000 Barrel pro Tag liegen und anschließend schrittweise auf die volle Kapazität erhöht.
Es wird außerdem berichtet, dass die Anlage mit libyschem Amna-Öl betrieben wird, was die Abhängigkeit des Inlandsmarktes von importierten Erdölprodukten teilweise verringern und die Kraftstoffversorgung im Land stabilisieren soll.
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