Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat offiziell das großangelegte Agrarprojekt „Neues Delta“ gestartet. Ziel ist die Umwandlung riesiger Wüstenflächen in Ackerland. Hauptziel der Initiative ist der Anbau von Weizen und anderen strategisch wichtigen Nutzpflanzen.
Der Projektstart wurde von UkrAgroConsult gemeldet. Die feierliche Eröffnung fand während der Weizenernte 2026 auf neuen Feldern westlich des Nildeltas statt.
Laut ägyptischer Regierung ist „Neues Delta“ das größte Landgewinnungsprojekt in der Geschichte des Landes. Die Fläche der neuen Agrarflächen soll künftig rund 9.000 Quadratkilometer erreichen.
Die ägyptischen Behörden erwarten, dass die Umsetzung der Initiative die gesamte Anbaufläche um fast 15 % vergrößern wird. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anbau von Weizen, Mais und Gemüse. Darüber hinaus ist der Anbau von Exportkulturen, insbesondere Oliven und Feigen, geplant.
Die Investitionen in das Projekt haben bereits 800 Milliarden ägyptische Pfund überschritten, was mehr als 15 Milliarden US-Dollar entspricht. Die Mittel flossen in die Landvorbereitung, den Bau von Getreidespeichern, Industriegebieten und neuer Verkehrsinfrastruktur.
Besonderes Augenmerk lag auf dem Ausbau eines Straßennetzes, das neue Wüstengebiete mit dem Niltal und den Seehäfen des Landes verbinden soll. Die Regierung erwartet zudem, dass das „Neue Delta“ die Schaffung von mehr als zwei Millionen neuen Arbeitsplätzen sichern wird.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war ein einzigartiges Wasserversorgungssystem, das in Ägypten bereits als „künstlicher Fluss“ bezeichnet wird. Es soll die zukünftigen landwirtschaftlichen Flächen in der Wüste mit Wasser versorgen.
Das System funktioniert folgendermaßen: Wasser aus den Entwässerungskanälen des westlichen Nildeltas fließt zur Kläranlage El Hammam an der Mittelmeerküste. Dort werden täglich bis zu 7,5 Millionen Kubikmeter Wasser gereinigt.
Nach der Reinigung wird das Wasser durch einen 170 Kilometer langen Spezialkanal transportiert. Hierfür werden 13 Pumpstationen genutzt, die neue landwirtschaftliche Flächen in der Wüste mit Wasser versorgen.
Die ägyptischen Behörden bezeichnen das „Neue Delta“ als strategische Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Ernährungssicherheit. Das Land ist der Ansicht, dass die COVID-19-Pandemie sowie die Kriege in der Ukraine und im Iran die Risiken für den globalen Lebensmittelmarkt erheblich erhöht haben, weshalb die Entwicklung der eigenen Agrarproduktion zu einer der staatlichen Prioritäten geworden ist.
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