Die Maispreise steigen weiter auf dem ukrainischen Markt. Allein in der vergangenen Woche stieg der Ankaufspreis für Getreide in den Häfen um 2 US-Dollar pro Tonne und erreichte 231–232 US-Dollar. Dies wirkte sich unmittelbar auf die Exportnotierungen für ukrainischen Mais auf dem internationalen Markt aus.
Dies berichtet Latifundist. Marktanalysten weisen darauf hin, dass der aktuelle Preisanstieg durch mehrere Faktoren im Zusammenhang mit dem internationalen Handel und dem Verhalten großer Händler bedingt ist.
Laut Khrystyna Serebryakova, CEO von ASAP Agri und Brokerin bei Atria Brokers, war einer der Haupttreiber des Anstiegs die aktive Schließung von Short-Positionen durch einzelne große Händler. Dies erzeugt eine zusätzliche Nachfrage nach physischen Maislieferungen in ukrainischen Häfen und treibt die Preise in die Höhe.
Ein weiterer wichtiger Faktor waren neue geografische Exportziele. In dieser Woche wurden signifikante Verkäufe von ukrainischem Mais in die Länder des Persischen Golfs verzeichnet. Die gestiegene Nachfrage aus dieser Region stützte die Exportpreise zusätzlich und verschärfte den Wettbewerb um ukrainisches Getreide.
Marktteilnehmer verknüpfen die weitere Preisentwicklung mit der Lage in der Türkei. Es wird erwartet, dass türkische Importeure nach den Feiertagen ab dem 1. Juni wieder verstärkt Mais auf den ausländischen Märkten kaufen werden.
Diese Prognosen bestärken Händler und Exporteure in ihrem Optimismus, da die Türkei traditionell zu den wichtigsten Abnehmern ukrainischen Getreides zählt. Sollte die türkische Nachfrage steigen, könnten die Preise neuen Auftrieb erhalten.
Gleichzeitig zögern ukrainische Landwirte derzeit, Mais zu niedrigeren Preisen zu verkaufen. Sie verfolgen eine zurückhaltende Verkaufspolitik und erwarten eine günstigere Marktlage sowie eine weitere Preissteigerung.
Experten betonen, dass die Kombination aus stabiler Auslandsnachfrage, reger Händleraktivität und begrenztem Angebot der Landwirte günstige Bedingungen für anhaltend hohe Maispreise in der Ukraine schafft – zumindest in den kommenden Wochen.
e-finance.com.ua
