Nach fast dreimonatigen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus nehmen Tanker mit Flüssigerdgas und Öl schrittweise ihre Routen wieder auf. Einige Schiffe haben den Persischen Golf bereits verlassen und sind auf dem Weg zu asiatischen Ländern, darunter China und Pakistan.
Dies berichtete Reuters unter Berufung auf Daten der Seeverkehrsüberwachungsunternehmen LSEG und Kpler. Laut der Nachrichtenagentur erfolgt die Wiederaufnahme des Verkehrs vor dem Hintergrund einer teilweisen Entspannung der Spannungen nach dem Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran, der am 28. Februar begann.
Aufgrund der Kampfhandlungen war der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus erheblich eingeschränkt. Über diese strategisch wichtige Route wird normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen transportiert. Infolgedessen waren Hunderte von Schiffen gezwungen, in der Region zu verbleiben, ohne ihre Route fortsetzen zu können.
Eines der ersten Schiffe, das die Straße von Hormus erfolgreich verließ, war der unter bahamaischer Flagge fahrende LNG-Tanker „Fuwairit“. Das Schiff passierte die Straße von Hormus am Montag nach einem längeren Zwischenstopp. Der Tanker wurde Ende März im katarischen Hafen Ras Laffan beladen und wird voraussichtlich am 26. Mai in Pakistan eintreffen.
Ein weiterer Gastanker, die „Al Rayyan“, hat die gefährliche Region ebenfalls verlassen und ist auf dem Weg nach China. Die Ankunft des Schiffes in einem chinesischen Hafen wird Ende Juni erwartet. Die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs ist ein Zeichen dafür, dass die Logistikketten nach langen Unterbrechungen allmählich wieder in Betrieb gehen.
Besonders hervorzuheben ist der Öltanker „Eagle Verona“, der die Straße von Hormus am Samstag verließ. Das unter singapurischer Flagge fahrende Schiff wird voraussichtlich am 12. Juni im Hafen von Ningbo in Ostchina eintreffen. Der Tanker ist von Sinopec über deren Handelstochter Unipec gechartert. Am 26. Februar lud die „Eagle Verona“ rund 2 Millionen Barrel irakisches Rohöl aus Basra.
Laut Reuters war die „Eagle Verona“ eines von sieben Schiffen, für die Malaysia bei Iran die Durchfahrt durch die Straße von Hormus beantragt hatte. Fünf dieser Schiffe haben die Wasserstraße bereits verlassen, zwei befinden sich noch im Persischen Golf.
Darüber hinaus verließen letzte Woche drei weitere Öltanker der VLCC-Klasse den Persischen Golf. Sie transportieren rund sechs Millionen Barrel Rohöl nach China und Südkorea.
Vor dem Konflikt passierten durchschnittlich 125 bis 140 Schiffe täglich die Straße von Hormus. Die Lage bleibt angespannt: Rund 20.000 Seeleute sind weiterhin auf Hunderten von Schiffen im Persischen Golf gestrandet.
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